Menschen, die wegen Prüfungsängsten zu mir kamen, teilten eine Gemeinsamkeit: In ruhigen Momenten stellten sie sich die schlimmstmöglichen Prüfungsverläufe vor.
Wie sie mit schweißnassen Händen vor der Tür warten, wie das Herz bis zum Hals pocht, wie sich der Hals zuschnürt, während selbst einfache Antworten unerreichbar werden und sich die Gewissheit in ihr Herz bohrt, dass sie versagen …
Vor dem Einschlafen. Auf dem Klo. Während längerer Fahrten. Immer wieder.
Das Problem ist, dass unsere Gehirne zeitgleich Erlebtes miteinander in Verbindung bringen: An die Prüfung denken und schlecht fühlen, nochmal an die Prüfung denken und sich schlecht fühlen, wieder an die Prüfung denken und sich schlecht fühlen, …
So werden Prüfung und unangenehme Gefühle verknüpft. So trainieren wir uns schlecht zu fühlen. Und diese Gefühle werden in der Prüfungssituation leicht abgerufen, was den Blackout-Kreislauf aktivieren kann.
Das Tückische daran: Vieles läuft unbewusst ab. Manche merken nicht, dass sie Stress in Prüfungen trainieren.
Kamen Sorgen oder Ängste rund um Prüfungen zur Sprache, habe ich daher gern eine Frage gestellt:
Wie machst du das? Wie sorgst du dich vor der Prüfung?
Manche hatten schnell eine Antwort. Andere starrten mich erstmal verwirrt an. Aber ein Teil der Lösung wurde allen deutlich: Wir entscheiden, was wir denken.
Werden hinderliche Strategien bewusst, können sie durch hilfreichere ersetzt werden.
Wir können positive Bilder trainieren. Wir können Befürchtungen in Gedanken zu Erfolgen führen. Und wir können uns gute Gründe geben, daran zu glauben (z.B. indem wir die 3 Standbeine des Lernens stärken).