Ben Osenberg

Standbeine des Lernens

Die Standbeine des Lernens habe ich entwickelt, um

Stell dir einen dreibeinigen Hocker vor. Sind alle Beine stabil, trägt er großes Gewicht. Ist eins zu schwach, bricht er schnell zusammen.

Erfolgreiche Prüfungen stehen auf 3 Standbeinen:

  1. Voraussetzungen, die gut genug sind,
  2. Handlungen, die funktionieren,
  3. möglichst hilfreichen Gedanken und Gefühle.

Hält eins der Beine der Last nicht stand, werden Prüfungsängste, Blackouts und Misserfolge begünstigt.

Voraussetzungen

Quantenphysikvortrag ohne Vorwissen? Wird scheitern.

Keine erkennbare Motivation? Dann strengt sich niemand an.

Druck von Eltern, gegen den Menschen sich auflehnen? Ein Grund, die Prüfung bewusst oder unbewusst zu sabotieren.

Frühere Misserfolge mit ähnlichen Themen oder Prüfungsarten? Kann Sorgen verstärken.

Krankheit, Probleme in Familie, Streit mit Freunden, frisch verliebt? Sowas kann wichtiger sein, als jede Prüfung.

Handlungen

Lerntechniken passen nicht zu individuellen Zielen und Voraussetzungen? Führt oft zu Zeit- und Energieverschwendung (und senkt das Erleben von Selbstwirksamkeit).

Ungünstige Zeitplanung? Kann Druck (oder Vermeidungsverhalten) verstärken.

Erschöpft lernen? Dann bleibt vergleichsweise wenig hängen.

Lerngruppen oder Partner, die sich nicht ergänzen, sich ablenken, mit denen es null Spaß macht oder wenn das Gruppenlernen nicht zu Zielen und Präferenzen passt? Senkt die Erfolgswahrscheinlichkeit.

Laute Lernorte für Aufgaben, die Ruhe brauchen (oder zu leise, wenn Stimulation gefragt ist)? Sowas macht das Leben schwer.

Gedanken und Gefühle

Innere Konflikte? Lenken ab.

Glaube, dass es sowieso nicht gelingt? Manchmal Entlastungsstrategie, öfter ein Hindernis.

Worst-Case-Szenarien, die im Kopf rumspuken? Können Ängste wecken.

Angst zu scheitern? Steigert Stress.

Großer Stress? Setzt körperliche Reaktion in Gang, die Lernen und Prüfungen erschweren.

Und dann?

Welche Voraussetzungen Menschen mitbringen, wie sie Aufgaben angehen und wie ihr Innenleben aussieht, beeinflusst Lern- und Prüfungserfolge.

Meistens genügt ein schwaches Standbein, um alles ins Wackeln zu bringen:

Bemerkst du ein angeknackstes Bein, gibt es zwei Strategien:

  1. Das Standbein aufbauen und verstärken, sodass du eine tragfähige Basis aufbaust – braucht Zeit, Energie und manchmal Unterstützung, die über Lerntherapie hinausgeht.
  2. Das Gewicht auf den verbliebenen Beinen balancieren – kostet Kraft, hält selten lang und es braucht nur einen kleinen Stups, um aus dem Gleichgewicht zu geraten, ABER es bietet schnelle Hilfe.

Je nach Zielen und Zeithorizont halfen mir die Standbeine des Lernens dabei, passende Methoden zu wählen.