Buchstruktur aufbauen
Beobachte dich selbst: Was denkst du, wenn du Sachtexte liest?
Du stellst dir mindestens eine von 4 Fragen, oder?
- Wofür ist das wichtig? (Warum sollte mich das interessieren?)
- Worum geht es?
- Wie funktioniert das? (Wie kann ich das anwenden?)
- Gibt es Ausnahmen oder Grenzen? (Was, wenn wir das weiter denken?)
Auch Leser fragen sich das (Bernice McCarthy hat dazu ausführlich geforscht).
Daher habe ich die Struktur meiner Bücher auf diese 4 Fragen ausgerichtet.
Ich habe
- ein leeres Dokument erstellt,
- mir einen Überblick verschafft, welche Inhalte ich ins Buch bringen wollte,
- jedem wichtigen Teil eine vorläufige Überschrift gegeben (und große Themen ggfs. aufgeteilt),
- unter jede Überschrift die 4 Fragen geschrieben
- und damit eine leere Struktur des Buchs erstellt.
Diese Struktur war wie ein Inhaltsverzeichnis. Jede Überschrift ist ein Kapitel. Jedes Kapitel beantwortet die wichtigsten Fragen und führt zum nächsten (wenn die Inhalte vorher sinnvoll strukturiert wurden).
Jetzt brauchte ich bloß noch die Struktur zu füllen.
Dieses Vorgehen mag formelhaft wirken. Das ist es auch. Aber innerhalb dieser Vorgaben konnte ich mich frei bewegen.
Ich konnte Geschichten erzählen, Metaphern nutzen, Fragen stellen, Fakten verdeutlichen, Hypothesen aufstellen, Zahlen zeigen, Studien und Statistiken beschreiben, Schritte logisch ableiten, Beispiele bringen, Behauptungen aufstellen und belegen, Bilder darstellen, Übungen erklären, Prozesse beschreiben und mehr – in persönlichem, sachlich-distanziertem, locker-leichtem, ernstem oder mitfühlendem Ton.
Was immer das Buch braucht.
Als Schreibender habe ich daran besonders geschätzt, dass ich
- genau wusste, wo was stehen soll,
- dadurch viel schneller schreiben konnte (Mein erstes Buch hat 1,5 Jahre gebraucht. Die letzten 4-6 Wochen – inklusive Einarbeitung in die Expertise meiner Kunden),
- Schwachpunkte oder Lücken auf einen Blick erkannt habe (z.B. hier fehlen gute Gründe, warum dieses Thema wichtig ist),
- mir jederzeit einen Überblick verschaffen konnte (In jedem Buch habe ich mich irgendwann im Schreibprozess verwirrt),
- kurze Schreibzeiten besser nutzen konnte (Ich habe 15 Minuten und schreibe schnell auf, wie eine Übung funktioniert oder worum es bei einem Thema wirklich geht),
- wenn Ergänzungen oder Änderungswünsche kamen, einschätzen konnte, wo was hingehört (und ob das nicht vielleicht vom Ziel wegführt).
Vielleicht weißt du manche dieser Vorteile ja auch zu schätzen.