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Bildung & Berufliches

In der Schule lernen wir vorgegebene Aufgaben in vorgegebenen Rahmen zu erledigen. In der Uni werden Aufgaben zunehmend selbst gewählt und in vorgegebenen Rahmen bearbeitet. Danach müssen Aufgaben und Rahmen selbst gewählt und erschaffen werden.

Das Leben bietet Material und Möglichkeiten. Wir müssen entscheiden, was wir damit anfangen. Neue Fähigkeiten sind gefragt. Das jahrelange Training, definierte Anforderungen in künstlichen Systemen zu erfüllen, ist keine große Hilfe.

Welchen Beruf will ich ausüben? Welchen Weg will ich wählen? Als Student verunsicherten mich diese Fragen. Also suchte ich nach Sicherheit und fand sie in Vertrautem.

Mein Umfeld bestand aus Pädagogen und Therapeuten. Und Lernen fiel mir leicht. Daraus entstand meine Arbeit als Lerntherapeut.

Eine Weile war ich zufrieden, doch zunehmend meldeten sich Bedenken: Ist das alles was ich will? Menschen zu helfen in einem System zurechtzukommen, an dem ich zweifle? Die ehrliche Antwort lautete nein. Doch ich brauchte Jahre, bis ich mich traute ihr zu folgen.

Für das Arbeitsleben sah ich nur ein Modell: Finde einen Beruf, den du magst und werde gut darin. Was geschehen sollte, wenn sich Interessen oder Erkenntnisse ändern, enthielt es nicht.

Heute glaube ich, es gibt zwei Wege Orientierung zu finden: Wir können uns Außen umsehen und den Blick nach Innen richten.

Außen gibt es Vorbilder, Regeln und vorgezeichnete Wege. Innen gibt es Werte, Wünsche, Stärken, Schwächen, Interessen, persönliche Philosophien und Lebensaufgaben.

Ich versuche innerliche Klarheit zu gewinnen und nach außen zu tragen. Ich frage mich: Wer bin ich? Was kann ich? Was ist am wichtigsten? Und wie kann ich damit einen Beitrag leisten? Dann suche ich Aufgaben und Rahmen, die mir helfen, das zu erreichen.

Wie entscheidest Du, welche Ziele Du verfolgst?